Das Arbeitszeugnis und die Geheimcodes

Früher, als ich selbst noch in der Ausbildung war, gingen in der Berufsschule auch Gerüchte über Geheimcodes im Arbeitszeugnis umher. Da gab es so Gerüchte wie: „Je nachdem wie der Chef das Zeugnis unterschreibt, heißt es dies und das.“ – „Wenn er den Punkt so macht oder so, dann heißt das wieder was anderes. Ja, so richtig Ahnung darüber, schien keiner meiner Kollegen gehabt zu haben und ich auch nicht. Eigentlich sind Geheimcodes in einem Arbeitszeugnis per Gesetz verboten, nach § 109 Abs. 2 GewO (Gewerbeordnung). Rechtsanwältin Mutschke geht in einem (leider viel zu kurzen) Video darauf ein, worauf du unbedingt achten solltest.

Video: Rechtsanwältin Nicole Mutschke – Geheimcodes im Arbeitszeugnis/Dienstzeugnis – Darauf solltest du unbedingt achten

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Es gibt 4 Zeugnisgrundsätze

Im § 109 Abs. 2 der GewO ist ganz klar geregelt, was ein Arbeitszeugnis, oder ein Dienstzeugnis, haben darf oder beinhalten muss. Außerdem ist geregelt, wie das Zeugnis geschrieben sein sollte, denn es muss nach den Grundsätzen Zeugnisklarheit, Zeugniswahrheit, Vollständigkeit und des Wohlwollens geschrieben sein. Auch wenn es dem Arbeitgeber manchmal schwer fällt, ein Arbeitszeugnis wohlwollend zu formulieren.

Arbeitszeugnis/Dienstzeugnis: Gewerbeordnung § 109 Abs. 2 GewO
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Geheimcodes im Arbeitszeugnis oder Dienstzeugnis

Aufgrund dieses Gesetzes, haben Arbeitgeber, im Laufe der Zeit, tatsächlich eine Geheimsprache entwickelt. Es kommt darauf an, wie die Sätze im Arbeitszeugnis formuliert sind. Das eine hinterhältige Art sich über einen ehemaligen Arbeitnehmer auszulassen und daher auch nicht grundlos verboten.

Geheimcodes im Arbeitszeugnis sind verboten

Ein paar Beispiele für Geheimcodes im Arbeitszeugnis/Dienstzeugnis:

  • Als umgänglicher Kollege wurde Herr Mustermann geschätzt.(Bedeutung: Es handelt sich um einen schwierigen Mitarbeiter.)
  • Er hat durch seine Geselligkeit zur Verbesserung des Betriebsklimas beigetragen. (Bedeutung: Der Mitarbeiter hatte ein Alkoholproblem hat und während der Arbeitszeit Alkohol getrunken.)
  • Im Kollegenkreis galt er als toleranter Mitarbeiter. (Bedeutung: Dieser Mitarbeiter ist für Vorgesetzte unangenehm.)
  • Er war fleißig und wusste sich gut zu verkaufen. (Bedeutung: Es handelte sich um einen unbeliebten Kollegen.)
  • Wir wünschen ihm alles Gute und Gesundheit. (Bedeutung: Dieser Mitarbeiter erkrankte regelmäßig.)

Viele weitere Geheimcodes die in Arbeitszeugnissen oder Dienstzeugnissen vorkommen, findest du hier bei Zeugnisprofi.com. Es sind doch tatsächlich mehr, als ich dachte. Und mit der Unterschrift und wie man sie schreibt, hat es wirklich nichts zutun. 🙂

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