KuchenTV: Ist schwul eine Beleidigung?

Der Youtuber und sogenannte Meinungsblogger Tim Heldt nennt sich im Netz KuchenTV. In der letzten Zeit macht er aber mehr durch Skandale, als durch seine Meinung Schlagzeilen. In einem Fall hat er angeblich seine Freundin geschlagen und erntete einen Shitstorm. Diesmal klagt der Youtuber aber selbst, unzwar gegen einen Youtube-Kollegen. Dieser nennt sich A.B.K. und er veröffentlichte eine Instagram-Story in der Tim Heldt Erwähnung findet. In dieser Story bezeichnet ein Unbekannter KuchenTV als Bastard und schwul. Daraufhin strengte Heldt eine Unterlassungsklage an. Nun steht die Frage im Raum: Ist schwul eine Beleidigung oder freie Meinungsäußerung? Rechtsanwalt Solmecke geht auf diese Frage ein.

Video: Rechtsanwalt Christian Solmecke – KuchenTV vor Gericht: Ist „Schwul“ eine Beleidigung?

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In der Jugendsprache ganz normales Schimpfwort

In der Jugendsprache und auch noch weit ins Erwachsenenalter, ist es tatsächlich sehr oft ein Schimpfwort. Wie im Fall von KuchenTV auch, rutscht einem dieser Begriff schnell mal über die Lippen. Im Jahr 2017 hat das Amtsgericht Kamen einen jungen Mann zu 3 Monaten Haft verurteilt. Er hat einen Azubi als Schwuchtel bezeichnet und das Gericht wollte wohl ein Zeichen setzen. Aber grundsätzlich ist das Wort „schwul“ keine Beleidigung mehr. Es hat sich auch in der homosexuellen Szene als Eigenbezeichnung durchgesetzt und damit hat es keinen beleidigenden Charakter mehr. Wenn man das Wort aber in einem Satz mit einer Beleidigung wie „Bastard“ benutzt, ändert sich das drastisch laut dem Gericht. Im Fall von KuchenTV ist nämlich genau das passiert. Auch aufgrund der Tatsache das Tim Heldt mit einer Frau zusammenlebt, macht das Wort „schwul“ in diesem Fall zu einer Beleidigung.

Schwul gleichgesetzt mit Scheiße?

Die Rapperin Hayiti hat in einem Podcast mit Tim Mälzer erklärt, dass sie das Wort schwul als Schimpfwort benutzt. Sie sagte, wenn sie etwas als schwul bezeichnet, meint sie eigentlich Scheiße. Daraufhin sagte Mälzer: Dann sag doch Scheiße statt schwul. Und sie konterte: Ich will damit politisch provozieren, so nach dem Motto: Scheiße, sie hat schwul gesagt! Naja, wenn man sonst keine Sorgen hat …

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